Wie ich zur Musik kam

Auf den Weg zur Musik brachte mich meine Mutter, indem sie mich im zarten Alter von vier oder fünf Jahren zur musikalischen Früherziehung schickte. Ich erinnere mich, wie ich aus einer Glühbirne, Leim und Zeitungspapier eine Rassel gebaut habe, mein erstes Instrument. Danach durfte ich dem Glockenspiel so etwas wie Melodien entlocken. Die nächste Station war - wohl unvermeidlich - die Blockflöte.

Mit sechs oder sieben Jahren begann ich, die Elektronische Heimorgel zu bezwingen. Jawohl, das riesige zweimanualige Holzmonster mit Basspedalen. Daran hatte ich einige Jahre Spaß und schaffte es bis zur Toccata und der Petersburger Schlittenfahrt. Mit Beginn der Pubertät hatte ich keine Lust mehr, vergaloppierte mich aber kurz darauf in der Vorstellung, Saxophon lernen zu wollen. Meine Mutter erfüllte mir den Wunsch, allerdings hielt ich leider nur ein halbes Jahr durch.

Mit 16 Jahren überkam mich der dringende Wunsch, eine Gitarre zu besitzen. Damals saßen wir im Sommer oft im Stadtgarten herum, und eine Freundin meiner Freundin namens Akku beeindruckte mich ungemein, wie sie dort auf der Wiese saß, Gitarre spielte und dazu sang. Das wollte ich auch können!

Ich kaufte einer Nachbarin für 100 Mark die Akustikklampfe ab, taufte sie "Baby" und brachte mir selbst bei, drei Akkorde zu greifen und diese "ringelringelringelring" mit der anderen Hand irgendwie anzuschlagen. Da man mit drei Akkorden schon fast alle Songs der Welt schreiben kann, war ich damit schon ein gutes Stück weiter auf dem Weg zur Singer-Songwriterin (dachte ich zumindest). Mit den ersten Mollakkorden und sogar ein paar schwierigeren 7ern, 9ern usw. hatte ich schon eine Menge Möglichkeiten, kreativ zu sein.

Dennoch, ich musste mir eingestehen, dass es nicht so phänomenal gut klang, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und so kam mir der Geistesblitz: Ich brauchte ne Band!

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