Wie man Mitmenschen beim Einkaufen so richtig stressen kann

Ich bin sicher, viele von Euch kennen das auch. Ihr erledigt Euren Wocheneinkauf, und meistens tun das auch gerade alle anderen. Als ob es nicht schon voll genug wäre, um den Stresspegel in Sekundenschnelle nach oben schießen zu lassen, sind natürlich auch gerade die Verkäuferinnen damit beschäftigt, die neue Ware einzuräumen und versperren so den einen oder anderen Gang. Darüber regen wir uns natürlich nicht auf, denn sie machen ja nur ihren Job und sind sicher nicht weniger gestresst als wir.

Wenn wir uns dann also endlich auf der Zielgeraden befinden, das heißt, wir eigentlich nur noch die Kasse hinter uns bringen müssen, lauern genau dort arglistige Menschen, die einfach noch eine Schüppe drauflegen wollen.

Sie sind in der Regel männlich und mittleren Alters. Ihr Einkauf beschränkt sich auf drei bis maximal fünf Teile. Oft Tiefkühlpizza, häufig Chips und eigentlich immer ein Sixpack. Sie legen ihre Sachen an sich vorschriftsmäßig auf das Band - wenn da nicht der riesige Abstand zwischen ihrem ersten Teil und dem Trenndingen des Kunden davor wäre.

Dann komme ich mit meinem randvollen Einkaufwagen, gefühlte hundert Teile, davon mindestens die Hälfte Kleinzeugs, das sich schlecht greifen lässt und einzeln aufs Band gelegt werden muss. Ich lege artig das Trenndingen hinter die Chips und die Tiefkühlpizza und habe dann noch ungefähr drei Zentimeter Platz, um meine Einkäufe aufs Band zu legen.

Ich versuche, mit meiner Milchtüte das Trenndingen ein wenig nach vorn zu schieben, schubse dabei auch absichtlich die Pizza ein wenig an. Aber natürlich merkt der Tyrann vor mir nichts. Oder nein, ich glaube, er will es gar nicht merken, der tut nur so als ob. Ich schaue sehnsüchtig auf die leeren eineinhalb Meter vor den Chips. Nützt nix. Ich stehe startbereit mit zwei Joghurts in der Hand und warte. Und warte.

Dann geht alles plötzlich ganz schnell. Der Kunde vor dem Tyrannen ist fertig, die Kassiererin setzt das Band in Bewegung, ich habe plötzlich massenweise Platz und fange in rasender Eile an, meinen Kram aufs Band zu schaufeln, während der fiese Typ das Geld vermutlich schon passend in der Hand hält und in Nullkommanix fertig ist, derweil ich immer noch kaum mehr als die Hälfte meiner Sachen aufgepackt habe und die Kassiererin mit einem nachsichtigen, aber irgendwie doch leicht überheblichem Lächeln darauf wartet, dass ich ENDLICH!!! fertig werde, die Kunden hinter mir die Augen verdrehen und sich leise räuspern, und ich beschließe, mich demnächst nur noch hinter Leute zu stellen, deren Wagen mindestens so voll ist wie meiner.

Schönes Wochenende!


Typische Situation. Untypisch: Sixpack fehlt.

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Kommentar von J. |

Hallo Fr.Hempel :)
ich dachte ich lass mal ein kleines Feedback da, denn du schreibst und berichtest sehr ähnlich wie ich. Man kann sich sofort hineinversetzen und muss schmunzeln obwohl einem im 1:1 Moment nicht zum schmunzeln wäre. ;)
Ich hab auf den Wunsch meiner vielen Schwestern auch mal einen Blog gehabt, zumal meine Friseur-Schwester meine Storys immer gerne ihren Kunden vortrug. Aber seit WhatsApp beschränke ich es auf einen internen Schwestern Chat weil ich denke dass mein Alltag dann wohl doch nicht soviele Interessiert, vorallem wo jetzt alle YouTube Bloggen. Deshalb wollte ich dich kurz wissen lassen: Ja es hat jemand deinen Blog gefunden und gelesen :) Auf der Suche nach Inspiration zu Kopfauslastungstraining hat mich Google zu Sandys-Seite geführt, diese wiederrum zu Sandys Blog und schwups zu Frauchen auf dem Sofa. Hier bin ich und danke für deine lustige Anekdote. Viel Erfolg noch :)

Antwort von Silvi

Hallo J., das ist aber nett von dir. Danke! :)
Ich wollte das Dingen hier nicht einstampfen, weil in einigen Artikeln ganz witzige Erinnerungen stecken. Auch wenn mir seit Jahren die Zeit und die Motivation fehlt, regelmäßig zu bloggen, hänge ich irgendwie doch an meinem virtuellen Sofa.
LG!