Fast untergegangen

Nach dem Urlaub kam ich - wie eigentlich immer - ohne Mitbringsel, dafür aber mit vielen guten Vorsätzen zurück. Einer davon ist regelmäßig der, wieder mit dem Schwimmen anzufangen. Im Hotelpool merke ich immer, wieviel Spaß mir das doch macht.

In diesem Jahr habe ich dann endlich mal Nägel mit Köpfen gemacht. Im großen Sportladen einen neuen Sport-Badeanzug gekauft, weil es sich weder im Bikini noch in auf schick getrimmten Badeanzügen entspannt schwimmen lässt. Außerdem eine richtig gute Schwimmbrille und - Premiere nach fast zwei Jahrzehnten - eine Badekappe. Schließlich will ich meine Haare lieber schonen, wenn das was Regelmäßiges wird. Wenn...

Als I-Tüpfelchen habe ich mir dann noch einen Unterwasser-MP3-Player besorgt, und so stand ich mitsamt meiner neuen Ausrüstung heute früh um 7.00 Uhr, vermutlich ziemlich dämlich aussehend, aber voller guter Vorsätze, in der Schwimmhalle.

Dort kam dann gleich die Ernüchterung, auch wenn ich es eigentlich aufgrund früherer Versuche schon wusste: Es war voll. Zu 95% ältere Herrschaften; nur ganz wenige Schwimmer darunter, die sich auch die Haare nass machten und "richtig" schwammen. Bei denen in der Ecke habe ich mir dann ein Plätzchen gesucht, Musik an und los. War zunächst auch ganz ok, aber wie immer gab es auch heute zwei, drei Leutchen, die ohne Rücksicht auf Verluste plötzlich schräg in meine Bahn hineinschwommen oder "Rudel-Plauder-Planschen" veranstalteten: Nebeneinander, gleich zwei Bahnbreiten blockierend und im regen Austausch über Wetter, Ehemänner, Kinder, Enkel, Kochrezepte und weiß der Geier was noch alles.

Von der Halle wechselte ich schließlich nach draußen in das kleinere Becken, in dem ebenfalls Hochbetrieb herrschte.
Immerhin - heute war es nicht ganz so schlimm wie bei meinem letzten Versuch vor ein paar Jahren. Vielleicht war es meine Imitation eines Profischwimmers (zumindest von der Optik her), die mir dieses Mal ein klein wenig mehr Freiraum verschaffte. Aber so richtig entspannt wie im (leeren) Hotelpool war es natürlich noch nicht.

Ich bin zwar wieder mal ein wenig ernüchtert, aber da ich ja nun so gut ausgerüstet bin und das relativ teuer bezahlt habe, werde ich weitere Versuche starten und auch mal testen, wie die Chancen abends stehen.

Ich vermisse unser gutes altes Hallenbad... Vor etlichen Jahren geschlossen und nun eine Bibliothek. Dort habe ich im Schwimmverein das Schwimmen gelernt. Und dort war alles so schön geordnet, alle etwa gleich schnell; nur die Freiheit ohne garstige Trainer, die einen triezen, ist heute einfach besser. ;o)

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Kommentar von Nici |

Huhu Silvi,

das kommt mir doch alles sehr bekannt vor.

Vor ein paar Jahren zog ich in einem Becken meine Bahnen, welches von nennen wir sie langsameren Schwimmern belagert war.
Ich kraulte ganz brav vor mich hin, als ich einen dumpfen Schlag auf den Kopf verspürte und fast ertrank ;o).

Nach dem ersten Schreck tauchte ich auf und blickte in die Augen einer Dame, die mich gleich zurechtwies, dass dieser Schwimmstil zu sehr platschen würde und sie sich an den Bademeister wenden möchte ;o).

Meine damaligen Kollegen wären vor Lachen fast selbst ins Wasser gefallen ;o)

Liebe Grüße und weiterhin Gut Schwimm.
Nici

Antwort von Silvi

Danke Dir!
Deine Geschichte ist echt herrlich. :D Man wird wohl wirklich zum Feindbild, wenn man schneller schwimmt als der Rest und dann auch noch krault. Wahrscheinlich ist nicht allen klar, dass es beim Schwimmen eben passieren kann, dass man nass wird. :D

Ich komme gerade von meinem zweiten selbst auferlegten Schwimmtraining. Diesmal stand ich Punkt 6.30 Uhr vor der Tür zur Öffnung. Das war wie bei Aldi, wenns besonders tolle Angebote gibt: eine Mörderschlange.
Ich habe es diesmal direkt am Beckenrand versucht; dachte, dort könnte ich doch vielleicht etwas Platz für mich haben. Fehlanzeige. Ein älterer Herr fühlte sich wohl herausgefordert; vielleicht war das ja auch seine Bahn, die er seit Jahren in Beschlag hat? Jedenfalls ist er mir fast nie ausgewichen, und obwohl ich mich schon ganz an den Rand drückte und deswegen fast nur kraulen konnte, bekamm ich regelmäßig einen Schlag von seinem Brustarmzug mit.
Irgendwann bekam ich dann Verstärkung von einer weiteren richtigen Schwimmerin; da wurde es besser.
Fazit: Noch früher aufstehen bringt auch nicht allzu viel.

Liebe Grüße zurück
Silvi

Kommentar von Torben |

Haha, hier lande ich, wenn ich Sofasport bei Google suche. Das möchte ich nutzen, um kurz auf den Sofasportverein zu Berlin e.V. hinzuweisen ;)

Aber abseits von Linkschleudern kann ich aus Schweden berichten, wo man in Schwimmbädern nicht nur Bahnen schwimmt, sondern einen Kreisverkehr eingerichtet hat: zwei Bahnen abgetrennt, wo alle in die selbe Richung schwimmen. Kein Gegenverkehr, kein Kreuzen und genug Platz zum Überholen. So macht auch sportliches Schwimmen Spaß!

Antwort von Silvi

Hi Torben,
ach ja, die Schweden. Die sind uns in einigen Dingen voraus. Klingt traumhaft!